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FAQ: Fragen und Antworten

Eine Übersicht über häufig gestellte Fragen zum Thema Stiftungsprofessuren mit den dazugehörigen Antworten

Was ist eine Stiftungsprofessur? Das Video erklärt, was es mit Stiftungsprofessuren auf sich hat und wie man sie einrichtet.

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Was ist eine Stiftungsprofessur?

Stiftungsprofessuren werden ganz oder teilweise durch Dritte (zum Beispiel Unternehmen, Stiftungen, Privatpersonen, Vereine etc.) in der Regel für einen begrenzten Zeitraum finanziert. Sie können in allen Fachrichtungen eingerichtet werden. Eine Stiftungsprofessur wird nach den Vorgaben des jeweiligen Landeshochschulgesetzes im Rahmen eines regulären Berufungsverfahrens in Verantwortung der Hochschule, an der sie eingerichtet wird, besetzt.

Wie lang ist die Laufzeit einer Stiftungsprofessur?

Die Laufzeit einer Stiftungsprofessur wird zwischen dem Förderer und der Hochschule vereinbart. Mehr als 50 Prozent aller Stiftungsprofessuren werden für einen Zeitraum von fünf Jahren finanziert. Stiftungsjuniorprofessuren haben zumeist eine Laufzeit von sechs Jahren. Für zehn Jahre werden rund 12 Prozent der Stiftungsprofessuren eingerichtet. Knapp zwei Drittel der Stiftungsprofessuren werden anschließend von der jeweiligen Hochschule übernommen und weiterfinanziert.

Wie hoch ist das Fördervolumen einer Stiftungsprofessur?

Die Förderung einer Stiftungsprofessur setzt sich in der Regel zusammen aus dem Grundgehalt der Professur sowie individuellen Leistungszulagen und einem Versorgungszuschlag (rund 30 Prozent). Darüber hinaus werden häufig die Kosten für weiteres Personal und Sachmittel vom Förderer übernommen. Die Höhe des Fördervolumens hängt maßgeblich von der Besoldungsstufe der Stiftungsprofessur ab.
Siehe auch: Übersicht über aktuelle Grundgehälter in den Bundesländern (PDF)

In welchen Fachdisziplinen kann gefördert werden?

Eine Förderung ist grundsätzlich in allen Fachdisziplinen möglich. In den Wirtschaftswissenschaften werden rund 34 Prozent aller Stiftungsprofessuren eingerichtet, gefolgt von den MINT-Fächern mit insgesamt 36 Prozent. Die Geisteswissenschaften und die Medizin haben einen Anteil von jeweils ca. 11 Prozent.
Siehe auch: Fachrichtungen der Stiftungsprofessuren

Dient eine Stiftungsprofessur dazu, für den Geldgeber Auftragsforschung zu betreiben?

Die Finanzierung einer Stiftungsprofessur ist üblicherweise eine Spende an eine Hochschule/Universität zur Förderung der Wissenschaft. Sie dient nicht der Auftragsforschung. Hochschule/Universität und Förderer können davon abweichende Regelungen für einzelne Forschungsprojekte treffen.

Wem gehören mögliche Forschungsergebnisse?

Sämtliche Forschungsergebnisse einer Stiftungsprofessur gehören der Universität/Hochschule als Dienstherr.
Siehe auch: Gesetz über Arbeitnehmererfindungen
Davon abweichende Regelungen sind nur nach vorheriger Vereinbarung zwischen Hochschule/Universität und Förderer möglich.

Wie wird die Förderung einer Stiftungsprofessur geregelt?

Für die Förderung einer Stiftungsprofessur wird üblicherweise ein Vertrag zwischen dem Förderer und der Hochschule/Universität an der die Stiftungsprofessur eingerichtet werden soll geschlossen. Bei einer Förderung über den Stifterverband wird eine dreiseitige Vereinbarung geschlossen.
Siehe auch: Leistungen des Servicezentrums

Was ist ein Endowed Chair?

Eine Stiftungsprofessur wird an einer Hochschule dauerhaft aus den Erträgen eines zur Verfügung gestellten Vermögensstocks (sog. Endowment) finanziert.

Welche steuerlichen Aspekte sind bei der Einrichtung von Endowed Chairs zu beachten?

Durch die Neufassung des § 10b Abs. 1a EStG durch das Gesetz zur weiteren Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements wurde der Höchstbetrag für Vermögensstockzuwendungen an Stiftungen von 307.000 Euro auf eine Million Euro angehoben. Die Einschränkung, dass es sich um eine Zuwendung an eine neue Stiftung handeln muss, ist entfallen. Dies bedeutet, dass nach der neuen gesetzlichen Regelung Zuwendungen in das Vermögen einer Stiftung bis zu einer Mio. Euro unabhängig davon nach § 10b Abs. 1a EStG abgezogen und nach Wahl des Zuwendenden auf 10 Veranlagungszeiträume verteilt werden können, ob es sich um eine Zustiftung in das Vermögen einer bestehenden Stiftung handelt oder um die Ausstattung einer neuen Stiftung mit Vermögen.

Der Steuerpflichtige hat bei Vermögensstockspenden ein Wahlrecht, ob er sie nach § 10b Abs. 1 EStG (allgemeiner Spendenabzug im Rahmen der Höchstsätze und zeitlich unbeschränkter Spendenvortrag) oder nach § 10b Abs. 1a EStG (Abzug von 1 Mio. Euro unabhängig von den prozentualen Höchstsätzen nach Abs. 1 und Verteilbarkeit auf 10 Veranlagungszeiträume) geltend macht. Ein Sonderausgabenabzug nach § 10b Abs. 1a EStG erfolgt aber nur aufgrund eines ausdrücklichen Antrags des Steuerpflichtigen. Wird ein solcher Antrag nicht gestellt, erfolgt der Sonderausgabenabzug auch bei Vermögensstockspenden nach § 10b Abs. 1 EStG. Der Steuerpflichtige kann Vermögensstockzuwendungen auch aufteilen und sie teilweise nach § 10 Abs. 1 EStG im Rahmen der allgemeinen Höchstsätze und teilweise – bis zur Höhe von 1 Mio. Euro – nach § 10b Abs. 1a EStG geltend machen. Innerhalb des 10 Jahreszeitraumes ist ein Wechsel zwischen § 10b Abs. 1 EStG und § 10b Abs. 1a EStG nicht möglich.

Was bedeutet die Lockerung des Endowmentverbotes?

Bislang war es Stiftungen versagt, sich mit ihren zeitnah zu verwendenden Mitteln an der Vermögensausstattung anderer gemeinnütziger Einrichtungen oder von Einrichtungen der öffentlichen Hand zu beteiligen (sog. Endowmentverbot). Hintergrund war die Befürchtung, dass das Gebot zeitnaher Mittelverwendung damit ausgehebelt werden und das Gemeinwohl erst sehr nachgelagert von den steuerbegünstigten Mitteln profitieren könne. Die Praxis hat jedoch gezeigt, dass sehr wohl der Bedarf insbesondere bei Stiftungen besteht, anderen Gemeinnützigen oder Gemeinwohlorientierten Mittel zur Verfügung stellen zu können, die beim Empfänger mittelbar über die aus der Zuwendung erwirtschafteten Erträge oder durch ein sukzessives Abschmelzen für die gemeinnützigen Zwecke eingesetzt werden. Ein Beispiel hierfür sind Stiftungslehrstühle, die an Hochschulen eingerichtet werden. Der Höhe nach dürfen derartige Endowments nun seit dem 1. Januar 2014 ganz oder teilweise mit den Überschüssen aus Vermögensverwaltung und den Gewinnen aus wirtschaftlichem Geschäftsbetrieb sowie mit bis zu 15 Prozent der sonstigen Mittel der Stiftung (insbesondere Spenden) eines Jahres dotiert werden. Der Gesetzgeber stellt klar, dass die Empfängerkörperschaft ihrerseits die Erträge aus dem Endowment unmittelbar für die eigentliche steuerbegünstigte Zweckverwirklichung einsetzen muss.

Kontakt

Melanie Schneider

leitet das Servicezentrum Stiftungsprofessuren.

T 0201 8401-170
F 0201 8401-215

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